Leuchtpflanzen – die Revolution des Lichts?

Ein Projekt aus den USA könnte die Zukunft der Beleuchtung vollkommen revolutionieren – das berichtet das P.M. Magazin in seiner aktuellen Ausgabe. Was wie Science-Fiction anmutet, ist der visionäre Traum von Mathematiker Antony Evans, Biochemiker Kyle Taylor und Molekularbiologe Omri Amirav-Drory. Die Idee der drei jungen Biohacker klingt plausibel: In der Tierwelt ist die Fähigkeit, Licht zu erzeugen bereits vorhanden, warum also nicht die Fähigkeiten von Glühwürmchen und Tintenfischen auf Pflanzen übertragen? Auf diese Weise würden Energiesparlampen überflüssig, stattdessen könnten Zimmerpflanzen unsere Wohnungen beleuchten.

Was steckt hinter der Idee?

In der Tierwelt ist die Biolumineszenz, also die Fähigkeit von Lebewesen, Licht zu erzeugen, bereits vorhanden. Beim Glühwürmchen wird dabei der Leuchtstoff Luciferin mit Hilfe eines Enzyms (Luciferase) oxidiert, sodass Energie in Form von Licht frei wird. Einige Meerestiere gehen eine Symbiose mit nachtleuchtenden Meeresbakterien ein. Warum also nicht einfach die Eigenschaften von Glühwürmchen und Tintenfischen auf Pflanzen übertragen?

Viele Einzelne finanzieren das Projekt

Das sogenannte Glowing Plant-Projekt wird allerdings nicht von Staatsgeldern finanziert, sondern ist ein aus Spenden finanziertes Garagenprojekt – ein in den USA häufig erfolgreiches Modell. Über die Internetplattform Kickstarter sammelten die drei Akademiker über 500.000 Dollar Kapital. Mehr als 8.000 Internetnutzer zeigten Interesse und spendeten für das junge Projekt. Als Dank versprachen die Macher jedem, der mindestens 40 Dollar spendete, ein Päckchen mit 50 Leuchtsamen der Wunderpflanzen. Für eine Unterstützung von 150 Dollar gibt es sogar eine nachtleuchtende Rose als Geschenk.

Wann die ersten Samen verschickt werden, ist jedoch noch unklar. Es könnte ein Weihnachtsgeschenk werden – wenn alles nach Plan verläuft. Wir wollen uns derzeit voll auf unsere Arbeit konzentrieren und stehen erst wieder in sechs Monaten für Anfragen zur Verfügung, antwortet Projektchef Evans auf Nachfrage.